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Burnout - ausgebrannt und arbeitsmüde
Gast

Burnout

Nur noch schnell E-Mails und Termine prüfen und auch im Urlaub nie ohne Laptop unterwegs: viele Menschen befinden sich im Dauerstress. Leistungsdruck, Terminstress und die Angst des Jobverlust machen arbeitsmüde, depressiv und krank.

Dass das Burnout Syndrom längst keine Managerkrankheit mehr ist, sondern jeden treffen kann, ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Ob Schüler, Student, Sachbearbeiter oder Vorstandsvorsitzender, besonders engagierte Menschen und solche, die ihren Selbstwert über ihre Arbeit definieren sind gefährdet. Aber auch Mitarbeiter von Unternehmen, die unter hohem Zeit-, Personal- oder Kostendruck stehen, können eher erkranken.



Der Akku ist leer – Wie erkenne ich das Burnout Syndrom?

Dieser Zustand schwerer psychischer und emotionaler Erschöpfung nach einer Phase übermäßigen Arbeitens kann sich in vielfältiger Weise zeigen.

Burnout Symptome in der Anfangsphase:
  • hohes Engagement im Beruf

  • sehr aktives und pausenloses Handeln bestimmt den Alltag der „Workaholics“, der Beruf wird zum Mittelpunkt des Lebens

  • man fühlt sich unentbehrlich und verdrängt Misserfolge und Enttäuschungen

  • Beschränkung sozialer Kontakte auf Arbeitskollegen, Vernachlässigung von Partnerschaften

Phase der Erschöpfung:
  • chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Die Energie fehlt durch wenig Schlaf und fehlende Pausen während der Arbeit

  • die Hingabe für den Job geht verloren, die Arbeit wirkt als Ballast

  • Gefühl, dass alles zu viel ist

  • diese Phase der Erschöpfung kann nach einigen Wochen, Monaten oder auch erst nach Jahren erscheinen

Schuldzuweisung:
  • Betroffene geben sich oft selbst die Schuld für ihre unbefriedigende Situation

  • Viele verändern sich: die Hingabe für den Beruf wandelt sich, es kommt häufig zu einem (inneren) Rückzug. Manche werden zynisch, andere depressiv

  • Gefühle wie Gleichgültigkeit, Desinteresse und eine innere Leere beeinträchtigen das seelische Befinden

Verzweiflung:
  • das Endstadium eines Burnout Syndroms ist gekennzeichnet von Verzweiflung und Hilflosigkeit

  • häufiger Konsum von Alkohol und Aufputschmitteln unterstützt den körperlichen und seelischen Verfall

  • zu massiven psychischen Problemen gesellen sich physische Symptome wie Ausschlag, Schlafstörungen, Schwindel, Angst- und Panikattacken, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder ein Hörsturz


Gründe für Burnout:

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass die Anzahl der an Burnout Erkrankten in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. In vielen Fällen gehen diese auf berufliche Überforderung zurück. Betroffene sind der Situation seelisch und körperlich nicht mehr gewachsen oder können ihre Kräfte nicht richtig dosieren. Andere suchen immer wieder den Kick der eigenen Bestätigung beispielsweise durch Vorgesetzte, den sie nur durch besonders hohes Engagement erreichen wollen.

Aber auch die Arbeitsbedingungen sind vielfach Grund für das Burnout Syndrom: gestiegene Arbeitsbelastung, Termin- oder Zeitdruck, die Angst vor dem Verlust des Jobs oder Mobbing, lassen immer mehr Menschen über ihre Grenzen gehen.



Was hilft gegen Burnout?

Stellen sich erste Anzeichen ein oder zeigen sich Symptome einer psychischen Ermüdung, sollte man seine Lebensgewohnheiten umstellen und versuchen eine Verbesserung der Arbeitsstrukturen zu erreichen. Hierzu kann neben einem „Ausstieg auf Zeit“ auch ein Arbeitsplatzwechsel gehören. Burnout Betroffene sollten das Problem bei Kollegen ansprechen, um herauszufinden, ob das Problem auch bei anderen vorliegt, oder ob es nur individuell ist. Ist das „Ausgebranntsein“ schon weiter fortgeschritten, sollten sich Burnout Betroffene darüber im Klaren sein, dass nur ein Wechsel des Lebenswandel und eine Auszeit, am besten mit professioneller Unterstützung in Form von Psychotherapie, Supervision oder Coaching eine dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände bewirken kann.

Gast

Steigender Leistungsdruck in Deutschland Zunehmender Leistungsdruck belastet immer mehr Menschen in Deutschland. Besonders Angststörungen sind neben Depressionen die zweithäufigste Ursache psychischer Erkrankungen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) leiden mittlerweile 13% der Bevölkerung an Angststörungen. Diese Angststörungen drücken sich meistens in Form von gesellschaftlichen Faktoren, wie gestiegenen Anforderungen im Beruf und Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes aus. Besonders der immer stärker werdende berufliche Leistungsdruck und die Angst vor dem Versagen könne bei vielen Betroffenen zu Burnout oder Arbeitsunfähigkeit führen, so der Münchner Psychoanalytiker und Organisationsberater Ross A. Lazar. Erkrankungen der Psyche und Verhaltensstörungen fordern natürlich ihren Tribut in den Kassen des Gesundheitssystems. So schlugen 2008 die Kosten für Behandlungen und Therapien dieser Leiden mit rund 28,7 Milliarden Euro zu Buche. Aber auch in Unternehmen machen sich Fehlzeiten der Mitarbeiter, Entscheidungsverlagerung auf externe Berater und Kündigungen bemerkbar. Experten schätzen die Höhe der durch die Ängste der Beschäftigten verursachten Kosten auf mehr als 50 Milliarden Euro jährlich. Trotz der hohen Anzahl von Betroffenen ist die Inanspruchnahme einer Psychotherapie beziehungsweise die Kontaktaufnahme mit Vorgesetzten, Kollegen aber auch Angehörigen und Freunden nach wie vor ein Tabu-Thema. Dies geht aus einer aktuellen Studie von Elmar Brähler des Universitätsklinikums Leipzig hervor, die dieser anlässlich der 61. Jahrestagung der DGPT in Lindau vorstellte.
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