Ritalin Hirn Doping im Job im jobwiwi Forum
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Ritalin Hirn Doping im Job
Gast

Der Druck im Job wird für viele immer größer. Mehr und länger arbeiten heißt da oftmals die Devise. Die Leistungsdroge RITALIN ist für einige Arbeitstiere die Lösung. Mit ihr kann man lange arbeiten und danach auch lange auf der After-Work Veranstaltung bleiben.

„Unter Druck arbeite ich am besten! Dann muss ich eben die Nacht durchmachen."

Diese Aussagen kennen wir bestimmt alle. Entweder waren wir selbst schon einmal in der Lage oder eben unser Kollege vom Schreibtisch neben an oder der Kommilitone drei Tage vor Abgabe der Arbeit. Die vermeintliche Notwendigkeit des Hirn Doping im Job, fängt mit einer Aufgabe und einem Abgabetermin an. Doch diese Deadline ist ja noch so weit weg und man will ja auch ein bißchen Spaß mit den Freunden oder der Familie haben. Aufräumen und der Einkauf muss ja auch noch erledigt werden. Einige Tage, Wochen oder Monate später ist nun diese Deadline in bedenkliche Nähe gerückt. Vor lauter Freibad und anderer Pflichten ist die abzugebende Arbeit oder Präsentation noch gar nicht so weit, wie gewollt. Jetzt scheint der Moment für die oben erwähnte Aussage gekommen zu sein. Kaffeemaschine anschmeißen, alles was ablenkt ausschalten und schon kann`s losgehen mit der Nachtschicht. Für Pausen ist keine Zeit mehr. Doch so richtig will der Kaffee nicht wirken. Die Augen werden trotzdem müde und die Konzentration lässt im Morgengrauen auch nach. Doch was tun wenn man noch viele Nächte voller Arbeit vor sich hat?
Eine Möglichkeit ist, sich auf unsere gute und immer hilfsbereite Pharmaindustrie zu verlassen. Ritalin wird in manchen Fällen zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei Kindern eingesetzt. Ritalin soll zur Stabilisierung der Patienten mit einem Verhaltenssyndrom, wie z.B. kurze Aufmerksamkeitsspanne beitragen, d.h. ein Dopamindefizit der ADHS-kranken Kinder wird durch den in Ritalin enthaltenen Wirkstoff Methylphenidat ausgeglichen. Ein Defizit, das bei gesunden Menschen nicht vorhanden ist. Methylphenidat wirkt dann anregend und belebend. Müdigkeit und Muskelschmerzen werden kurzfristig nicht wahrgenommen. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird somit kurzfristig gesteigert. Im Gegensatz zu Aufputschmitteln, wie Amphetamine steigert Ritalin die Konzentration erheblich. Nach einem Beitrag im Nature Neuroscience, sollen Wissenschaftler vom Gallo Center an der University of California anhand von Tierversuchen herausgefunden haben, dass Ritalin neben der Konzentrationsfähigkeit, auch direkt das Lernen verbessern kann.

Die Bachmann- Preisträgerin Kathrin Passig ist eine passionierte Ritalin Konsumentin. Durch Ritalin arbeitet sie manchmal, obwohl sie eigentlich trödeln wollte.

„Ich kann auch ohne Ritalin sehr gut arbeiten, aber nur, wenn die Arbeit komplett selbst gewählt ist – und das heißt meistens unbezahlt. Sobald ich eine bestimmte Sache machen muss, geht es eigentlich nur mit Ritalin. Dann aber ist es ein wahres Wundermittel: eine halbe Tablette einnehmen, eine halbe Stunde abwarten, schon arbeite ich ohne die geringste Überwindung so emsig wie ein ganzer Bienenstock. Ich merke nicht mal, dass ich versehentlich schon mit der Arbeit angefangen habe, obwohl ich noch herumtrödeln wollte.“

Ritalin ist das Koks des gesetzestreuen Bürgers: Es macht ausgehfreudig und kommunikativ. Andere Menschen erscheinen netter und interessanter.

80 oder 100 Stunden in der Woche arbeiten ist aber keineswegs normal, geschweige denn gut für den menschlichen Körper. Wenn man doch zu Medikamenten greift, die das Hirn Doping ermöglichen und eine solche Leistungsfähigkeit ermöglichen, sollten unbedingt die Risiken und Nebenwirkungen beachtet werden und ein Arzt oder Apotheker dazu befragt werden. Neben körperlichen Nebenwirkungen treten vor allem psychische und neurologische Nebenwirkungen mit dem Konsum von Methylphenidat auf. Das können unter Umständen gewollte Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit sein, aber auch ungewollte und eventuell gefährliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Aggressionen, Muskelzuckungen, Depressionen oder Fieber. Die Gefahr für die eigene Gesundheit durch die Einnahme von Medikamenten wie Ritalin wird bei Druck im Beruf oder im Studium viel zu oft unterschätzt. Hier herrscht oft ein Irrglaube: Was ADHS-Kranke Kinder schlucken, kann mir doch nicht schaden. Der Mensch kann aber nicht dauerhaft Spitzenleistungen abliefern. Schlaf und Erholung sind ebenso so wichtig für unseren Organismus, wie atmen und trinken. Nur weil ein Wirkstoff, wie Ritalin, Warnsignale wie Müdigkeit ausschaltet, heißt das nicht, dass der Körper nicht müde ist.

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